© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co.  www.jungefreiheit.de    34/03 15. August 2003

 
Frisch gepresst

Freikorps. Kein Thema der deutschen Militärgeschichte ist trotz vieler Publikationen derart geheimnisumwittert geblieben wie die Aktionen der Freikorps nach dem Ersten Weltkrieg. Ihre Kämpfe gegen die Räte an der Ruhr und in Berlin, der Kampf im Baltikum für die mit dem deutschen Teilsieg gegen Rußland 1917 schon sicher erworben geglaubten "Ostland"-Provinzen , besonders aber die mit großer Sympathie im Reich verfolgten Kämpfe in den nach Versailles zu polnischen Grenzregionen gewordenen deutschen Ostprovinzen rufen auch nach mehr als achtzig Jahren großes Interesse wach. Der Berliner Publizist Patrick Neuhaus widmet diesem spannenden Kapitel ein Bildhandbuch, das neben einer historischen Darstellung, Kurzbiographien, Karten, Truppen- und Ortsregistern besonders durch die Präsentation von etwa 500 teilweise farbiger Abbildungen ein Nachschlagewerk zur Freikorpsgeschichte bildet. Das Buch, bisher noch nicht im Buchahndel erschienen, kann unter www.deutsche-freikorps.de  vorbestellt werden (Deutsche Freikorps 1918 - 1923. Ein Bildhandbuch. Neuhaus Verlag, Berlin 2003, 224 Seiten, 42 Euro).

Drahtzieher des "11. September". Die Wahrheiten und Hintergründe des Anschlages auf das World Trade Center in New York werden wohl im Dunkeln bleiben. Sowohl die vielen Verschwörungstheoretiker als auch die beiden Journalisten der Sunday Times und des arabischen Fernsehsenders al-Dschasira, Nick Fielding und Yosri Fouda, die der "offiziellen" Version mit der Urheberschaft des Terrornetzes al-Qaida bestätigende Fakten zuordnen, müssen viele elementare Fragen unbeantwortet lassen. Fielding und Fouda präsentieren in ihrem Buch zwar, basierend auf einem Interview mit den mittlerweile inhaftierten Terroristen Ramzi Binalshibh und Khalid Sheikh Mohammed, die skizzenhafte Vorbereitung des Anschlages in Form einer prahlerischen Selbstbezichtigung. Allerdings ist dieses Geständnis mit dem Wissen des Jahres 2002 abgegeben worden. Die Behauptung der Autoren, daß erst damit "die im Dunkeln tappende westliche Welt" konkrete Hinweise erlangt hätte, ist zudem falsch. Denn bereits am 11. September 2001 wurden vom FBI angeblich in einem Pkw-Kofferraum gefundene, die Täterschaft offenbarende Attentatspläne präsentiert (Masterminds of Terror. Die Drahtzieher des 11. September berichten. Europa Verlag, Hamburg 2003, 256 Seiten, 14,90 Euro).


 
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