© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co.  www.jungefreiheit.de    27/99 02. Juli 1999


Nachrichten, Personen & Termine

Öko-Sprit

Wird der Schwefelgehalt von Benzin und Diesel drastisch reduziert, sinkt nicht nur der Schadstoffausstoß, auch die Katalysatoren sind länger wirksam, und vor allem lassen sich spritsparendere Motoren entwickeln. Daher fordert der ADAC, mit der flächendeckenden Einführung von schwefelarmem Kraftstoff nicht bis 2005 zu warten, wie von der EU beschlossen. Schon ab 2000 sollte schwefelarmer Kraftstoff steuerlich so begünstigt werden, daß er sich trotz höherer Herstellungskosten zu attraktiven Preisen anbieten läßt. Technisch sei das kein Problem, schreibt die ADAC Motorwelt.

 

Bruno-Schubert-Preis

Zum zweiten Mal erhielt Günther Peter, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AgA), für seinen fast 20jährigen ehrenamtlichen Einsatz zum Schutz bedrohter Arten den Bruno-Schubert-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Derzeit führt die AgA eine internationale Unterschriften-Aktion für ein generelles Verbot des Elfenbeinverkaufs durch.

 

Tierphysiologisches Praktikum

Der Biologiestudent Ulf Naumann hat bei der Staatsanwaltschaft Bochum Anzeige gegen den Hochschullehrer Hanns Hatt erstattet. Dem Leiter des Tierphysiologischen Praktikums im Fachbereich Biologie wird vorgeworfen, wiederholt gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Im Tierphysiologischen Praktikum der Universität Bochum werden betäubte Frösche aufgeschnitten, um ihre pumpenden Herzen zu begutachten, und geköpft, um an ihren Muskeln und Nerven elektrische Reizungen vorzunehmen, obwohl es zu diesen Versuchen bereits hervorragende und auch gerichtlich anerkannte Alternativen gibt, die an vielen Hochschulen eingesetzt werden, berichten die Studentischen Arbeitsgruppen gegen Tiermißbrauch im Studium (SATIS) gegenüber der Zeitschrift Altex.

 

Kampfhunde

Für eine Verbot von Kampfhunden plädiert Bundesinnenminister Otto Schily. Kampfhunde seien "gefährliche Waffen", für die Leinenzwang und Hundeführerschein nicht ausreichten. "In der Abwägung ist mir die Sicherheit von Kindern und alten Menschen wichtiger als die Marotte von Hundehaltern", erklärte er gegenüber der Berliner Morgenpost. Ein Verbot von Kampfhunden sei zwar Sache der Länder, nach einem Beschluß der Innenministerkonferenz soll allerdings geprüft werden, ob ein bundesweites Verbot des Handels, der Einfuhr und der Zucht von Kampfhunden sowie die Kastration vorhandener Kampfhunde rechtlich umgesetzt werden kann.

 

Menschenrechte

Auf Initiative einer Gruppe von 38 Naturwissenschaftlern, Juristen und Philosophen hat das neuseeländische Parlament Mitte Mai bei der Überarbeitung des Tierschutzgesetzes den Menschenaffen eine Sonderstellung eingeräumt. So dürfen Schimpansen (Foto), Orang-Utans, Gorillas und Bonobos in Neuseeland nicht mehr für Experimente benutzt werden, die nicht ihrem eigenen Wohlergehen dienen. "Wir wollen Vorbild sein und hoffen, daß andere Länder ähnliche Bestimmungen erlassen", zitiert das Magazin natur & kosmos in seiner Juli-Ausgabe den neuseeländischen Biologen David Penny. Nach dem Teilerfolg hofft er auf weitere Entscheidungen, die die rechtliche Lage dieser Affen stärken und ihnen Menschenrechte zubilligen werden. Folter und Experimente sowie deren Haltung in Zoos sollen verboten werden. In letzter Konsequenz hoffen die Tierschützer auf eine UN-Deklaration, die die Rechte der Menschenaffen weltweit festschreibt.


 
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