© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG www.jungefreiheit.de 12/21 / 19. Mrz 2021

DVD: Nachts auf den Straßen
Gefährliche Affäre
Werner Olles

Der biedere Fernfahrer Heinrich Schlüter (Hans Albers) hat Schulden, die er für den Kauf eines Anhängers aufgenommen hat. In der Nähe von Frankfurt kommt er eines Nachts auf der Autobahn als erster zu einem Verkehrsunfall, bei dem es einen Toten gegeben hat. Bei dem Mann findet Schlüter einen Umschlag mit 20.000 Mark. Da er unbeobachtet ist, steckt er das Geld ein.

Noch in der gleichen Nacht nimmt er die junge Anhalterin Inge (Hildegard Knef) mit, die versucht, den verheirateten Mann zu verführen. Er läßt sich auf eine Affäre mit der Frau ein. Mit dem gestohlenen Geld macht er ihr Geschenke, bezahlt die Schulden für den Anhänger, kauft seiner Ehefrau einen Pelzmantel und schenkt seiner Tochter eine teure goldene Uhr. Als Erklärung gibt er an, im Lotto gewonnen zu haben.

Nach und nach entdeckt er jedoch, daß Inge ein Doppelleben führt und mit dem Kriminellen Kurt Willbrand (Marius Goring) liiert ist. Als Kurt Schlüter erpreßt, für ihn Schmuggelware über die Grenze zu bringen, erkennt dieser endlich, daß Inge nur ein Lockvogel war …

„Nachts auf den Straßen“ (1952) ist eine Mischung aus Kriminalfilm und Gewissensdrama, das dank seiner hervorragend fotografierten Bilddynamik, einem schnörkellosen Drehbuch von Alt-Meister Helmut Käutner nach einer Vorlage von Fritz Rotter und seiner handwerklich perfekten Inszenierung (Rudolf Jugert, „Illusion in Moll“, 1952) die Stimmung im Nachkriegsdeutschland des anbrechenden Wirtschaftwunders der Adenauer-Ära realistisch reflektiert. Bis heute wird er von vielen Kritikern nicht zu Unrecht als „deutscher Film noir“ bezeichnet. Glänzend gespielt von Hans Albers und der Knef wurde „Nachts auf den Straßen“ 1953 mit dem Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch und die beste Regie und als bester Spielfilm des Jahres ausgezeichnet.

DVD: Nachts auf den Straßen. Pidax Film-Klassiker 2021, Laufzeit etwa 108 Minuten