© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG www.jungefreiheit.de 18-21 / 30. April 2021

Meldungen

Immobilienverband: „Wir müssen günstiger bauen“

HAMBURG. Die Corona-Krise wird den Immobilienmarkt verändern. „Einige Immobilien in der Innenstadt – etwa Kaufhäuser – werden nicht mehr in der bisherigen Form genutzt werden“, erklärte Aygül Özkan, Geschäftsführerin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), im Handelsblatt. Doch die Umwandlung von Einzelhandelsflächen reiche nicht aus, um die Wohnungsnot zu beseitigen. Durch den Ausbau von Dachgeschossen könnten hingegen theoretisch 1,2 Millionen Wohnungen bundesweit entstehen, aber die Kosten dafür seien „so hoch, daß dieses Potential nicht ausgeschöpft wird“, erläuterte die frühere niedersächsische CDU-Sozialministerin. „Wir müssen mehr bauen, wir müssen schneller bauen und wir müssen vor allem auch günstiger bauen.“ Doch in den vergangenen 20 Jahren seien die Baukosten um 70 Prozent gestiegen. Das liege nicht nur am teuren Bauland und energetischen Vorgaben: „Die Zahl der Bauvorschriften ist in den letzten 30 Jahren von 5.000 auf 20.000 gestiegen“, kritisierte Özkan. Ein Einfamilienhausverbot lehne der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft ab: „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem mir vorgeschrieben wird, wie ich zu wohnen habe.“ (fis)

 www.zia-deutschland.de





Krankenkassen: Private Versicherung wird teurer

WIESBADEN. Die Corona-Pandemie, steigende Gesundheitskosten und die EZB-Niedrigzinspolitik haben die Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) dramatisch erhöht. Im März 2021 mußten die 8,7 Millionen PKV-Versicherten im Durchschnitt 5,3 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Auch die längerfristige Betrachtung zeige einen deutlichen Anstieg: Die PKV-Beiträge erhöhten sich von Januar 2015 bis März 2021 überdurchschnittlich um 24,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die deutschen Verbraucherpreise um 9,1 Prozent. Dennoch haben sich voriges Jahr 144.800 Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für einen Wechsel in die PKV entschieden. Umgekehrt wechselten nur 123.400 PKV-Versicherte in die GKV. (fis)

 www.destatis.de





Zahl der Woche

Auf 11,1 Billionen Euro (98 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) ist 2020 die Staatsverschuldung im Euroraum angestiegen. Das waren 14,1 Prozentpunkte mehr als 2019. Die höchste Schuldenquote hatte erneut Griechenland (206 Prozent). Deutschland lag bei 69,8 Prozent. (Quelle: Eurostat)