© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG www.jungefreiheit.de 18-21 / 30. April 2021

Meldungen

Rechts-links-grüne Allianz der deutschen Impfgegner

BERLIN. Daß es bis Wochenanfang nur 25 Millionen Covid-19-Erstimpfungen in Deutschland gab, ist nicht nur politischem Versagen geschuldet. Denn „Wissenschaftsfeindlichkeit“, Spott über Masken und Impf-Skepsis sei keine randständige Meinung: Mit einem Altersdurchschnitt von 47 Jahren und einem Anteil von 34 Prozent mit Studienabschluß seien die Corona-„Querdenker“ als „relativ alte“, aber auch „relativ akademische Bewegung“ zu klassifizieren, konstatiert der Biologe Reinhard Piechocki. Eine bizarre „rechts-links-grüne“ Allianz agitiere gegen „hochmoderne und effektive Impfstoffe“. Der grüne Querdenker-Flügel fröne dem anthroposophisch-esoterischen Hang zur Homöopathie. Wer glaube, daß „Kügelchen, in denen nicht mehr als die Hoffnung steckt“, gegen ein lebensgefährliches Virus helfe, handle unverantwortlich, da schon bei 10 bis 20 Prozent Impfverweigerern keine Herdenimmunität zu erzielen sei (Naturwissenschaftliche Rundschau, 1/21). (dm)

 impfdashboard.de





Anreize für Umstellung von Kohle auf Holz

ESCHBORN. Das Bundeswirtschaftsministerium, so klagt der Geowissenschaftler Güven Purtul, heize die Nachfrage nach Brennholz weiter an. Seit 2020 bekommen Privathaushalte, die ihre Ölheizung austauschen wollen, bis zu 45 Prozent der Anschaffungskosten einer Holzheizung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) subventioniert. Die Europäische Wissenschaftsakademie fordere hingegen, solche „perversen Anreize“ zu streichen. Ein Brennstoff, der 3.000mal soviel Feinstaub emittiere wie Gas, sollte wie Kohle, Öl und Gas gehandelt werden: Holz sollte in die CO2-Bepreisung einbezogen werden. Ansonsten würden auch Großkraftwerke weiter, steuerlich begünstigt, von Kohle auf Holz umrüsten (Bild der Wissenschaft, 2/21). (ck)

 www.bafa.de





„Regionale Erzeugung von Nahrungsmitteln stärken“

HANNOVER. Die Freien Bauern Niedersachsen lehnen die neue Ackerbau- und Grünlandstrategie der rot-schwarzen Landesregierung ab. „Unser Produktionsziel ist die Erzeugung von hochwertigen Nahrungsmitteln in effizientester Weise und im Einklang mit der Umwelt“, erklärte Christian Linne von der Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe. Naturschutz werde durch die bäuerliche Wirtschaftsweise täglich gelebt und dürfe nicht von einer „almosenbehafteten Entlohnung aus öffentlichen Kassen“ abhängig sein. „Wenn wir die regionale Erzeugung von Nahrungsmitteln stärken, ist der Umwelt am meisten gedient“, so Linne. Daher sollte etwa die Einfuhr von südamerikanischem Soja drastisch reduziert werden. (fis)

 www.freiebauern.de





Erkenntnis

„Bayer ist durch Monsanto ein viel risikoreicheres Investment geworden. Da geht es nicht nur um die Glyphosatklagen. Der US-Gentechnik-Konzern hat zu viele Lasten und kontroverse Themen mitgebracht.“

Janne Werning, Aktien- und Umweltexperte bei Union Investment