© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG www.jungefreiheit.de 12/22 / 18. März 2022

Zitate

„Am grausamsten sind jene Tyrannen, die nicht durch Erbfolge oder einen gewaltsamen Umsturz an die Macht gekommen sind, sondern von ihrem Volk gewählt wurden. Weil ein gewählter Tyrann von seinem Volk abhängig ist, muß er seine Untertanen umso mehr knechten. Er muß sie erstens von ihrer Freiheit so gründlich entfremden, ‘daß sie endlich die Freiheit ganz vergessen’. Und nicht nur von der Freiheit muß er sie entfremden, sondern zweitens auch von der Wirklichkeit: Wenn die Untertanen seine Märchen glauben, kann er machen, was er will.“

Sieglinde Geisel, Gründerin von „tell – Onlinemagazin für Literatur und Zeitgenossenschaft“, im Deutschlandfunk Kultur am 11. März





„Wir leben heute im Westen nicht mehr in Gesellschaften, die in rechts und links gespalten sind, sondern in großen Konsensgesellschaften. Früher gab es in den sozialdemokratischen Parteien auch Platz für hartgesottene Linke und in den liberal-konservativen Parteien Platz für nationalkonservative Rechte. Heute gibt es eine Mehr-Parteien-Partei in der Mitte, die aus Grünen, Sozialdemokraten und Liberal-Konservativen besteht, die in kleinen Nuancen voneinander abweichen. Und es gibt einen äußeren linken und rechten Rand, deren Anhänger zu Randfiguren der Gesellschaft werden und als abständig betrachtet werden.“

Richard David Precht, Philosoph, im Schweizer Magazin „Blick“ am 12. März





„Der Umstieg auf klimafreundliche Produktion war schon schmerzhaft und teuer. Die aktuellen Energiepreise bringen aber Tausende Unternehmen an den Rand der Insolvenz. (…) In vielen Bereichen bleibt Klimaneutralität eine Utopie. Je schneller wir unsere eigenen Atom- und Kohlekraftwerke abschalten, desto höher ist der Importbedarf. In diesem Punkt ist die Energiewende nicht ehrlich. Es wird sehr, sehr teuer: Die Energiewende war schon ein Billionenprojekt, aber es wird noch viel teurer.“

Jürgen Flauger, Ressortleiter Unternehmen und Märkte, im „Handelsblatt“ am 14. März





„Wir sind dabei, ein Albtraumszenario zu normalisieren. (...) Es gibt keinen moralisch legitimen und verfassungsrechtlich zulässigen Weg, eine Impfpflicht gegen Covid-19 zu rechtfertigen, gleich welcher konkreten Ausgestaltung. Der Bundestag sollte von der Idee einer Impfpflicht Abstand nehmen.“

Kai Möller, Associate Professor für Recht an der London School of Economics, in der „Welt“ vom 14. März





„Populistische Eliten haben eine Fixierung auf globale Eliten und Institutionen als eigennützige, intrigante Akteure entwickelt und sind geradezu davon besessen, Widerstand gegen den globalistischen Moloch zu mobilisieren. Anstatt das Problem als eine westliche kulturell-linke Weltanschauung zu betrachten, die nationale Traditionen ablehnt und eine Art Opferkult aufbaut, werden wir mit verschwörerischen Grübeleien über den ‘Great Reset’ und die Eliten in Davos, Genf oder Brüssel traktiert. Meine begrenzte Erfahrung, die ich bei einigen dieser Institutionen gemacht habe, ist die, daß je internationaler die Organisation ist, desto weniger ‘woke’ ist sie. Ja, die westliche Hochkultur durchdringt die globalen Institutionen, aber diese sind eher Knotenpunkte als das Epizentrum des Problems.“

Eric Kaufmann, Professor für Politikwissenschaften am Birkbeck College der University of London, auf dem britischen Blog „unherd“ am 14. März