© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG www.jungefreiheit.de 20/23 / 12. Mai 2023

Meldungen

Ministerium genehmigt Namensänderung 

MÜNSTER. Die „Westfälische Wilhelms-Universität“ wird ab dem 1. Oktober „Universität Münster“ heißen. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nord-rhein-Westfalen genehmigte die Änderung des Namens, teilte die Universität mit. Auch das „westfälisch“ im Namen wird damit gestrichen. In den kommenden Wochen kommen zudem Änderungen an Logos, Dienstsiegeln und weiteren offiziellen Dokumenten dazu. Vorausgegangen war diesem Schritt ein Plädoyer des Universitäts-Senats im April, der sich für die Umbenennung aussprach. Diese Entscheidung war jedoch noch nicht bindend. Angestoßen wurde die Änderung bereits 2018, als eine studentische Initiative unter dem Namen „Zur Sache WWU“ und der Leitung des Münsteraner Historikers Olaf Blaschke, konstatierte, der letzte deutsche Kaiser sei „militaristisch, nationalistisch, antislawisch und geradezu obsessiv antisemitisch gewesen“. Das Projekt, dessen erklärtes Ziel es war, einen „historisch verantwortlichen Umgang mit Wilhelm II.“ zu erarbeiten, forderte schon bald eine Umbenennung der Universität. (fw/lb)






Landtag debattiert lebhaft über Messer-Gewalt 

Düsseldorf. Eine heftige Debatte lieferten sich die Abgeordneten des Landtags Nordrhein-Westfalen vergangene Woche in einer von der SPD beantragten Aktuellen Stunde. Hintergrund waren die hohen Zahlen bei Messerangriffen. Am Wochenende zuvor hatten sich in Dortmund, Münster, Beckum, Bottrop, Duisburg, Köln, Bielefeld und Düsseldorf Angriffe mit Klingenwaffen ereignet, einer davon tödlich. Eine Woche davor war ein Islamist in ein Fitneßstudio eingedrungen und hatte drei Menschen mit einem Messer teilweise lebensgefährlich verletzt. Eine „nie dagewesene unfaßbare Blutspur“ ziehe sich durchs Land, erklärte der SPD-Abgeordnete Andreas Bialas in der Aktuellen Stunde und forderte: „So ein blutiges Wochenende darf es nicht noch mal geben.“ Als Gegenmaßnahmen schlug er weitere Waffenverbotszonen, Messerverbote an öffentlichen Plätzen sowie verstärkte Überwachung vor. Als „nahe am Populismus“ bezeichnete der CDU-Abgeordnete Gregor Golland diese Ideen und verwies auf eine bereits bestehende „Null-Toleranz-Politik“ der schwarz-grünen Landesregierung. Mehr als 4.000 Messerangriffe hatte Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr gezählt, etwa zwölf Vorfälle pro Tag. Waffenverbotszonen führten hingegen lediglich zu einem „deutschen Schilderwald“, betonte Marc Lürbke (FDP). Was es brauche, sei eine „Präventionsoffensive“ in Schulen und „ja, auch in den Unterkünften für Geflüchtete.“ Die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Julia Höller, sagte, man dürfe Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung „nicht weiter verschärfen“. Die AfD-Fraktion würde das Thema aus „niedrigen Motiven“ nutzen und „rassistisches Gedankengut“ verbreiten. Der AfD-Abgeordnete Markus Wagner konterte, indem er den überproportionalen Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger thematisierte. Häufig werde dieser Aspekt bei Polizeimeldungen und in der Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien bewußt unterschlagen, indem lediglich von „Männern“ oder „Männergruppen“ die Rede sei. In weiteren Wortbeiträgen schaukelte sich die von zahlreichen Zwischenrufen geprägte Debatte weiter hoch. Nachdem die grüne Politikerin seine Aussagen als „menschenfeindlich“ bezeichnet hatte, entgegegnete Wagner, „menschenfeindlich“ sei in Wahrheit „der Täterschutz“, den Höller betreibe. (lb)

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