92 Prozent der Bürger gegen GEZ-Erhöhung
MAGDEBURG. In Sachsen-Anhalt lehnen 92 Prozent der Bürger eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages ab. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die CDU-Fraktion in Auftrag gegeben und vergangene Woche veröffentlicht hat. Laut der Erhebung halten 66 Prozent der Befragten bereits den aktuellen Beitrag in Höhe von 18,36 Euro pro Monat für zu hoch. Mehr als die Hälfte spricht sich für eine Beitragssenkung aus. Die nächste Beitragsperiode startet 2025. Laut der Umfrage sehen 76 Prozent der Sachsen-Anhaltiner einen dringenden Reformbedarf beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Als der medienpolitische Sprecher und Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Markus Kurze, die Umfrage vorstellte, sagte er, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei „wichtig, aber zu teuer“. Er halte es jedoch für unrealistisch, daß der Beitrag sinken könnte. ARD, ZDF und Deutschlandradio müßten schlankere Strukturen schaffen und sich auf ihren „Kernauftrag“ beschränken. Dann könne der Rundfunkbeitrag stabil bleiben. (fh)
MDR: Partei-Mitarbeiterin als normale Bürgerin befragt
ERFURT. Schon wieder erschüttert ein Skandal um eine nicht unabhängige, „zufällige“ Zuschauerbefragung die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. So hat der MDR Thüringen in einem Audiobericht im Vorfeld des Bürgerdialogs mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vergangenen Freitag in Erfurt die Teilnehmerin Lea Wengel zu ihren Erwartungen und geplanten Wortmeldungen im Gästebereich interviewt. Was weder Sender noch Gesprächspartnerin angeben und kennzeichnen: Wengel ist keine neutrale Bürgerin, sondern Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Landesgeschäftsstelle der Grünen Thüringen. Und dementsprechend fielen ihre Äußerungen gegenüber dem MDR aus. Sie würde zum einen interessieren, „welche Maßnahmen die Bundesregierung“ und Herr Scholz, der „2021 als Klima-Kanzler“ angetreten ist, im „Bereich Klimaschutz umsetzen und ob er glaubt, ob das ausreichend ist für das, was uns erwartet“. Das zweite Thema, das Wengel „und sicherlich andere sehr beschäftigt, ist, daß derzeit eine rechtsextreme Partei hier in Thüringen, aber auch in Deutschland so viel Zustimmung erhält“. Im Gespräch mit dem MDR-Reporter zeigt sich die Grünen-Mitarbeiterin besorgt: Sie frage sich, was die „Antwort des Kanzlers und der Bundesregierung darauf ist“. Auch im Internet erhält die junge Frau neben dem Radiobeitrag nur die unauffällige allgemeine Beschreibung: „Lea Wengel ist 31 Jahre alt und lebt in Erfurt. Mit dem Kanzler möchte sie über Klimaschutz reden.“ Ebenfalls beim Bürgerdialog zu Wort kam Felix Ehrlich, was auch vom Nachrichtenkanal Phoenix ausgestrahlt wurde. Verschwiegen wurde, daß der junge Mann bei der Wahl des Gemeinderats im Weimarer Landkreis Grammetal für die Linke antrat. (gb)
Aufgelesen
„Es gibt keine versteckte Agenda beim Heute Journal.“
„Heute Journal“-Leiter Wulf Schmiese in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“