Die Wissenschaftsbeziehungen zwischen Argentinien und Deutschland haben seit 2012 jeden Regierungswechsel und jede noch so tiefe Wirtschafskrise überstanden. Nachdem Ende 2023 der „Anarchokapitalist“ Xavier Milei zum Präsidenten gewählt wurde, scheint sich das zu ändern, wie die Wissenschaftsjournalistin Lisa Pausch berichtet (Deutsche Universitätszeitung, 9/2024). Denn erstmals habe eine argentinische Regierung zugesagte Gelder für die Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst nicht gezahlt. Für Pausch fügt sich diese Maßnahme nahtlos in Mileis „größtes Sparprogramm der Menschheitsgeschichte“ ein, das auch den Bildungssektor marktradikal organisieren will. Daher besteht das Bildungsministerium in Buenos Aires nur noch aus einem Sekretariat, das dem neuen „Ministerium für Humankapital“ unterstellt ist. Nach Massenprotesten zur Verteidigung kostenfreier Bildung ruderte Milei zwar taktisch zurück und versicherte, die Schließung staatlicher Universitäten stünde nicht auf seiner Agenda. Trotzdem sei heute schon an den Einsparungen abzulesen, daß Milei hier einen destruktiven Kurs steuere. Andererseits habe er „konstruktive Reformen“ schon gesetzlich verankert: mittels Steuererleichterungen für Großinvestitionen, etwa für den Export von Lithium. (dg) www.duz.de