© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG www.jungefreiheit.de 46/24 / 08. November 2024

Filmkritik / Kolonne Süd
Indianer und Konföderierte
Werner Olles

Lieutenant Jed Sayre (Audie Murphy) wird kurz vor Beginn des Sezessionskriegs 1861 als Kommandant des in New Mexico gelegenen Fort Union von Captain Whitlock (Sterling) aus Mississippi abgelöst, der mit seiner Schwester auf dem Stützpunkt im Gebiet der Navajo eintrifft. Während es bis dahin nur ein paar harmlose Disziplinlosigkeiten gab, nehmen die Spannungen nun zu. In den Quartieren streiten sich die Soldaten aus dem Norden mit ihren Kameraden aus dem Süden, und auch Sayre stößt mit seiner Freundschaft zu dem Navajo-Häuptling Menguito (Dennis Weaver) auf Unverständnis bei seinem neuen Vorgesetzten. Als ein Goldsucher skalpiert und ermordet wird, drängt Whitlock auf Vergeltungsmaßnahmen. Doch Sayre gelingt es gemeinsam mit seinem Freund Lieutenant Chalmers (Palmer Lee) in einem Saloon den wahren Täter zu stellen. Damit verhindern sie eine Auseinandersetzung mit den Indianern, aber Whitlock provoziert in deren Lager erneut Streit.

Der Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen dem Norden und dem Süden veranlaßt General Stone (Ray Collins), die Politiker in Santa Fe darüber zu informieren, daß er die in New Mexico stationierten Truppen für die Sache der Konföderierten einspannen will, was einem Verrat gleichkommt. Während Captain Whitlock sich auf seine Seite schlägt und mit einer Gruppe Freiwilliger desertiert, findet Sayre aus dem Fort gestohlene Waffen im Lager der Navajos. Mit seinen Getreuen reitet er zurück zum Fort, das inzwischen von dem enttäuschten Menguito eingenommen wurde. In dem Gefecht sieht es für die „Blauröcke“ schlecht aus, bis Captain Whitlock, der sich besonnen hat, mit seinen Männern eintrifft …

Frederick de Cordova drehte den Militär-Western „Kolonne Süd“ („Column South“, USA 1953) im kalifornischen Apple Valley. Vom „Lexikon des Internationalen Films“ zu Unrecht als „Western nach üblichem Schema mit wenigen originellen Einfällen“ bezeichnet, stellt sich der Film tatsächlich den beiden größten Mythen der US-amerikanischen Geschichte: der blutigen Landnahme durch die europäischen Siedler und damit der Vertreibung und Ermordung vieler Ureinwohner sowie dem heraufziehenden Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten. Seine positive Haltung gegenüber den Indianern und sein Pragmatismus zum Sezessionskrieg machen ihn zu einem sehenswerten Western. 

DVD: Kolonne Süd, Hanse Sound 2024, Laufzeit 85 Minuten